Brief an Parteien

Sehr geehrte Damen und  Herren,

am 25. Mai werden die Kommunalwahlen in Rheinland Pfalz stattfinden. In diesem Zusammenhang wird natürlich auch Ihre Partei wieder Aussagen zur Frage, wie Sie in Zukunft das Gemeinwesen gestalten wollen, treffen. Als Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche begrüßen wir es, wenn in Ihrem Wahlprogramm auch kommunalpolitische Aussagen zur Zukunft von Jugendarbeit, zum Stellenwert der Jugendverbände und zur Lebenssituation junger Menschen zu finden sind.

Der Kreisjugendring Bad Kreuznach e.V. ist der Zusammenschluss der Jugendverbände in der Stadt und im Landkreis Bad Kreuznach. Er versteht sich als jugendpolitische Interessen-vertretung für Kinder und Jugendliche und als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung in Fragen des gerechten Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen.

Durch seine unterschiedlichen Mitglieder wie der Jugendfeuerwehr, der Musikjugend, der Jugend des technischen Hilfswerkes, der Jugend des roten Kreuzes, den verschiedenen Pfadfindergruppierungen, den katholischen und evangelischen Jugendverbänden, sowie den verschiedenen Sportjugendverbänden schafft er für Kinder und Jugendliche ein breitgefächertes, flächendeckendes Angebot in der Stadt und im Landkreis Bad Kreuznach.

Aus Sicht der Jugendverbände ist Jugendarbeit vor Ort nicht nur vom Gesetzgeber gewollt und gefordert, sondern auch aus anderen Gründen nachvollziehbar, wichtig und notwendig:

  1. Jugendarbeit bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit Gemeinschaft in der Gesellschaft zu erleben.

  2. Jugendarbeit ermöglicht Kindern und Jugendlichen sich ehrenamtlich zum Nutzen der Gemeinschaft zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

  3. Jugendarbeit ist eine sinnstiftende Freizeitbeschäftigung.

  4. Jugendarbeit übt Demokratie im Kleinen ein und wirkt präventiv gegen extremistisches Gedankengut und gegen Gewalt.

  5. Jugendarbeit ermöglicht durch die Identifikation von jungen Menschen mit ihren Vereinen und Verbänden vor Ort eine langfristige soziale Bindung an das Gemeinwesen.

  6. Jugendarbeit wirkt für Kommunen als wichtiger (weicher) Standortfaktor.

Sicherlich stimmen Sie uns in vielen oder gar in allen diesen Punkten zu. Noch konkreter können Sie die Absichten Ihrer Partei zur Jugendarbeit und zu den Jugendverbänden verdeutlichen, wenn Sie sich im Rahmen Ihrer Wahlaussagen zu den folgenden aktuellen Diskussionen, die uns Jugendverbänden sehr am Herzen liegen positionieren:

Jugendarbeit braucht auch in Zukunft Fördermittel für Maßnahmen der sozialen und politischen Bildung und für die Schulung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.

Jugendarbeit braucht weiterhin Mittel für Projekte, die den Aufbau, die Stärkung und strukturell nachhaltige Etablierung sozialer und demokratischer Kompetenzen oder die Förderung der interkulturellen Kompetenz oder die Aktivierung von Jugendlichen gegen Rechtsextremismus zum Ziel haben.

Jugendarbeit braucht auch weiterhin die institutionelle Förderung des Kreisjugendringes Bad Kreuznach.

Jugendarbeit braucht Hauptamtlichkeit. Sie lebt durch das Zusammenwirken von ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen in den Angeboten für Kinder und Jugendliche. Ehrenamtliche brauchen dabei Hauptamtliche, die sie in dieser Tätigkeit qualifizieren, sie begleiten und ihnen bei Problemen und Konflikten hilfreich zur Seite stehen. Die Förderung einer bedarfsgerechten Hauptamtlichkeit in Kommunen und Jugendverbänden ist weiterhin notwendig. 

Das Kreisjugendamt Bad Kreuznach und das Stadtjugendamt Bad Kreuznach sind für die Jugendverbände in den letzten Jahrzehnten verlässliche Kooperationspartner gewesen. Beide Ämter gilt es in ihrer derzeitigen kommunalen Planungsverantwortung auch in Zukunft langfristig weiter zu erhalten. 

Für Rückfragen zu einzelnen Punkten stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung und freuen uns, wenn wir mit Ihnen zusammen die Zukunft für Kinder und Jugendliche gestalten können.  

Gemeinsam packen wir es!